So ganz allein bin ich mit meinem Medien und dem Wunsch nach einem smarten Interface auf iPads, Macs und den TVs wohl nicht gewesen …
Vom Hobbyprojekt zum Streaming-Riesen
Alles begann, wie viele Tech-Geschichten, mit einem Entwickler, der einfach ein persönliches Problem lösen wollte.
Im Dezember 2007 begann Elan Feingold als Hobbyprojekt damit, den damals populären Media Player XBMC (heute bekannt als Kodi) auf Mac OS X zu portieren.
Das Ding lief, Leute wurden aufmerksam — und schon meldeten sich zwei Unternehmer namens Cayce Ullman und Scott Olechowski, die zufällig dasselbe vorhaben. Sie fanden Feingolds
Fortschritte in den XBMC-Foren und boten ihm Unterstützung und Finanzierung an.
Im Januar 2008 war ein Drei-Mann-Team geboren.
Im Juli 2008 wurde das Projekt offiziell in „Plex" umbenannt, und im Dezember 2009 wurde Plex, Inc. gegründet. Aus dem Hobbyprojekt eines Entwickers war ein
Unternehmen geworden.
Seitdem hat sich Plex enorm weiterentwickelt. 2019 startete Plex einen werbefinanzierten Streaming-Dienst mit Inhalten von Warner Bros., MGM,
Lionsgate und anderen Anbietern. Heute hat Plex über 25 Millionen monatlich aktive Nutzer aus mehr als 240 Ländern — keine schlechte Karriere für ein Hobbyprojekt.
Der Wandel weg vom reinen Mediaserver-Anbieter, hin zu einer breiter angelegten Streaming Plattform, die zunehmend auch auf Social-Funktionen setzt hat in der treuen Community
für einige Diskussionen gesorgt. Das Geschäftsmodell von plex ist im Fluß, klar ist das es Teile geben wird die umsonst sind, und Teile die Geld kosten werden.
Die Frage ist ob der Anfang - das Hobbyprojekt eines Entwicklers - frei verfügbar bleibt.
Das Grundprinzip: Server + Client = Magic
Plex funktioniert nach einem simplen, aber genialen Prinzip: Der Nutzer hat die Dateien, Plex macht daraus Netflix.
Das System besteht aus zwei Teilen:
- Der Plex Media Server läuft auf meinem NAS (kann auch ein anderes Gerät zuhause sein). Er
- liest die Filme, Serien und Musik von der NAS Festplatte,
- holt automatisch Metadaten (Poster, Beschreibungen, Schauspieler, Untertitel) aus dem Internet
- und stellt alles in einer schicken Oberfläche bereit.
Dabei greift der Plex Server auf externe Datenbanken wie The Movie Database (TMDB) und TheTVDB zurück, um Medien korrekt zu identifizieren.
- Die Plex-Apps (auf Handy, Tablet, TV etc.) verbinden sich mit dem Server und spielen alles ab — egal ob man zuhause im WLAN ist oder am anderen Ende der Welt.
Das letztere (Zugrif vom Ende der Welt) habe ich im ersten Schritt noch nicht ausprobiert, und wird nach dem neuesten plex Modell auch nicht mehr kostenfrei sein.
Wenn es auch mit einem DSL - Anschluss ohne feste IP Adresse funktioniert, könnte es aber sein Geld wert sein.
Features
Ohne Mehrkosten dabei:
- Eigene Mediathek für Filme, Serien, Musik, Fotos
- Automatische Metadaten & Poster (Magic !!)
- Kostenlose Filme & Serien (werbefinanziert)
- FAST-TV-Kanäle (werbefinanziert)
- Filmausleihe (seit 2024)
- Lokales Streaming im Heimnetzwerk
Ist ein Codec mit dem Abspielgerät nicht kompatibel, kann Plex Media Server die Datei on-the-fly transcodieren — also in Echtzeit umwandeln. Kein Gefummel mit Formaten mehr.
Mit Kosten dabei sinf Feature wie eine Mehrbenutzerverwaltung, Kindersicherung (brauch ich jetzt eher nicht), Live TV HW Beschleunigung und Encoding (kann mein NAS eher nicht)
und vor allem Remote Streaming von ausserhalb des Heimwerknetzwerkes. Wie das technisch funktioniert (ohne feste IP -Adresse) möchte ich schon mal erklärt bekommmne ...
Plex-Server auf NAS
Plex Media Server läuft zwar nativ auf macOS — d.h. der Mac kann gleichzeitig Server und Client sein. Die Plex Media Server-Anwendung läuft bei uns aber auf dem Synology NAS.
Plex war auf dem NAS schon als Paket vorbereitet, musste nur noch per Klick installiert werden.
Das Managen von dem Server erfolgt über eine WebApp auf dem NAS. Der Server läuft im Hintergrund als Dienst, man merkt ihn kaum — außer wenn gerade der Lüfter leicht hochdreht. 😄
Plex-Client auf dem iPad und dem iPhone
Auf dem iPad/iPhone ist Plex eine vollwertige App aus dem App Store — sauber optimiert für das große iPAd Display. Man bekommt die komplette Bibliothek und das Bild-im-Bild funktioniert
genauso wie man es vom iPad kennt.
Die App sieht wirklich gut aus!
Die Musik-Wiedergabe wurde komplett in die separate Plexamp-App ausgelagert, und Photos in die Plexphoto-App
Plex Client auf unseren Philips TV (Android TV)
Unsere Philips-Fernseher laufen mit Android TV, da ist Plex bestens aufgehoben. Die App ist im Google Play Store des Fernsehers zu finden und zu installieren.
Nach dem Login (smart gelöst ist die Verknüpfung mit dem Account) verbindet sich die TV-App automatisch mit dem Plex-Server im Heimnetzwerk,
ich hatte unsere komplette Medien -Bibliothek auf dem großen Bildschirm — mit Fernbedienung bedienbar, in voller Auflösung bis 4K.
Und was für Schwächen hat das ganze?
Bei der Namensgebung für Filme und Serien muss man manchmal nachhelfen und bestimmte Regeln einhalten, damit die richtigen Meta Daten gezogen werden.
Ich habe eine DVD (2 Teiler) die ich bisher nicht in das System reingekriegt habe. Auch ist die Trennung von Filmen, Audio und Photos in eigenen Client-Versionen doof - zumindest was meine Intentionen angeht.
Lohnt sich das ganze? Ja — besonders wenn man eine große Sammlung an Filmen oder Serien hast und diese auf verschiedenen Geräten genießen will.
Die kostenlose Version reicht für für mich erstmal völlig aus. Mal schauen wie lange noch ...
Erst die DVDs im Regal, dann die Festplatten am TV, dann ein eigener Server in derCloud, dann der lokale Medienserver auf dem NAS und jetzt Plex auf dem NAS. War schon eine kleine Reise …