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My private Netflix

DVDs digitalisieren, einen eigenen Videoserver bauen — und am Ende doch Samba sein

#Entwicklung #Medien #Server

DVDs brauchen Platz, genau wie Schallplatten. Und man kann sie nicht so ohne weiteres mitnehmen. Besonders blöd ist es, wenn man viele davon hat. Um den Platz im Regal zu räumen und die DVDs auch in Norden oder anderswo sehen zu können, lag es irgendwann auf der Hand: Alle in MP4 konvertieren und auf den Server legen. Dabei gab es ein paar Hindernisse, das erste war die Konvertierung, das zweite der nötige Speicherplatz. Davon braucht man pro DVD ca. 3–4 Gigabyte ...

631 DVDs in mp4 konvertieren

Der zeitaufwändigste Teil. Die Software AnyMP4 "did the job". Ob die DVD als Datei oder DVD vorliegt, sie konvertiert alles stabil, recht zügig und ohne Qualitätsverlust.

AnyMP4 Screenshot 1AnyMP4 Screenshot 2

Ich hatte vor einigen Jahren, auf einem Windows-Rechner, einige DVDs bereits als Datei gerippt (so ca. 200), aber die meisten mussten von der jeweiligen DVD konvertiert werden. Es war ein langer Winter ...

Mein kleiner Videosalon

Der einfache Videobrowser für die privaten Videoschnipsel war für die DVDs nicht geeignet. Zur Gestaltung stand bald ein Entwurf mit horizontal scrollbaren Postern der Filme à la Netflix im Raum. Den Kern habe ich mit ChatGPT entwickelt, aber hier war im weiteren Verlauf viel manuelle Codierung und CSS-Feinschliff nötig, um das vollständig responsive und flexible Design umzusetzen.

Die Filme liegen als mp4 in einer Verzeichnisstruktur. Zu jedem Film gibt es ein gleichnamiges jpg-Poster in standardisierter Größe. Diese Verzeichnisstruktur stellt eine einfache Klassifikation von Filmen dar. Die jpg-Poster werden dargestellt, und beim Anklicken des Pfeilsymbols unter dem jpg wird die gleichnamige mp4-Datei abgespielt.

Videoserver Detail 1Videoserver Detail 2

Kern des Videoservers sind ein paar JavaScript-Funktionen, die dynamisch ein Video-Tag über ein Overlay legen. Eine detaillierte Beschreibung des Codes findet sich hier.

mp4 Player

Neu ist das scrollbare horizontale Menü, es strukturiert die Filme in unterschiedlichen Filmkategorien (= Directories). Irgendwann ging mir nämlich der Platz für die Kategorien aus, und dann suchte ich eine scrollbare Implementierung — genau wie bei der SZ Online.

Scrollmenü Variante 1
Scrollmenü
Scrollmenü Variante 2

Diese Art von Menüs mussten dann natürlich auch in anderen Programmen (Photobrowser, F1-Web) verwendet werden. Eine genauere Beschreibung des Codes findet sich hier.


Weitere "Features" sind die Serien und die Suchfunktion.

  • Bei den Serien ist das Bild ein jpeg (kein jpg) und anhand dieses kleinen Unterschiedes wird eine Serie erkannt und entsprechend zu einem Directory gegangen, das die Folgen der Serie (oder gar Staffeln in Subdirectories) enthält.
  • Die Suchfunktion tut das was man erwartet, sie durchsucht eine Postgres-DB nach dem eingegebenen Begriff. Die DB ist mit den Angaben aus Wikipedia zu Darstellern und Regisseur befüllt worden. Auch das ist ein Stück Java-Code.

2 TB Cloud-Speicher — Heute bin ich Samba

Der STRATO-Server den ich gemietet habe, kostet 6 € Miete im Monat. Leider gab es für das Produkt keine "preiswerte" Speichererweiterung — man muss gleich eine andere Leistungskategorie von Server mieten. Was auch verständlich ist, wer braucht denn schon Terabyte an Speicher mit einer relativ "kleinen" CPU? Naja — ich halt.

Es gibt einige Anbieter von reinem Cloud-Speicher, darunter einige (Dropbox) dedizierte Speicheranbieter für den privaten User. Ich habe mich für ein STRATO-Produkt entschieden, und zwar für 2 Terabyte. Die sind im Monat teurer als der (virtuelle) Server, aber da war alles im Rahmen. Wichtiger ist, dass es vom Server geringe Latenz bei Zugriffen auf den Speicher gibt. Und ich nehme an, dass ein Speicher von einem weiteren Anbieter höhere Zugriffszeiten über das Netz haben würde als ein STRATO-"interner" Speicher.

Das "Bestellen" war recht leicht, und der Speicher selbst ist recht günstig. Unangenehm ist aber, dass die Protokolle (Samba, WebDAV, ...) um von einem (Linux-)Rechner auf den Speicher zugreifen zu können, separat gebucht (und bezahlt) werden müssen. Und die sind teurer als die Miete von 2 TB Speicher. Der technische Vorgang, vom Server aus den Speicher mittels dem Samba-Protokoll (auch SMB) zu "mounten" ist hier detailliert beschrieben. Auch hier ist viel passiert. Das SMB läuft tadellos, bisher musste ich nur einmal remounten.

P.S.

Die 2 TB reichen nicht für alle DVDs. Die reichen für 631, es sind aber mehr als 700. Und dann ist der TV immer noch das Hauptgerät um Filme anzuschauen. Die neuen TV-Geräte haben ja meist ein kleines OS (Android) und können Mediendaten von angeschlossenen USB-Festplatten abspielen. Und das habe ich auch gemacht. 2 Festplatten mit allen DVDs die wir hatten als mp4 liegen jetzt neben dem Plattenspieler unter dem Fernseher. Eigentlich könnten wir das DVD-Regal leerräumen.

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